Herzlich willkommen im Lions Club „Nirgendwo in Afrika“ auf meiner neuen Webseite!

Hier gibt es eine tierisch bunte Mischung aus Weisheiten, Satiren, Parodien, Nonsens-Texten etc. sowie eine umfangreiche und vielfältige Lyrik-Sammlung – darunter eine Fülle eigener Lyrik –, die laufend ergänzt wird.
Die sehr detaillierten Analysen zu Lyrik, Drama, Roman, Kurzgeschichten, Märchen, Kommunikation, Werbe-anzeigen und Sachtexten sind für Lernende und Unterrichtende ab Klasse 11 gedacht. Übungen zu Recht-schreibung & Zeichensetzung sollen beim fehlerfreien Schreiben helfen. Die leicht selbstironisch kommentierte Biografie (mit der kafkaesk-steppenwolfigen Parabel „Keine Worte finde ich für dich heut‘ Nacht“ im Anhang) offenbart mein turbulentes Leben wie meinen Alltag und wird regelmäßig aktualisiert – ebenso wie die News auf der Startseite (siehe Archiv).
Zu den zahlreichen Aktivitäten, Projekten und Spendenaktionen von JugendInterkult e.V. siehe www.jugendinterkult.de
Lasst euch von meinem umfangreichen Angebot begeistern. Es lohnt sich!
Erklärung meines polysymbolischen Wappens: Der lateinische Spruch „Quaere pacem et sectare eam“ heißt auf Deutsch „Suche den Frieden und jage ihm nach“ (Psalm 34) als Teil meiner zahllosen Lebensmotti. Das darunter aufgerichtete geflügelte Pferd (Pegasus) ist das Symbol der von mir verehrten Dichtkunst. Auf dem Schild unter dem Helm steht in der Mitte stilisiert der paradiesische Lebensbaum, der Unsterblichkeit und ewiges Leben verheißt. Links neben dem Baum befindet das Symbol für Glaube (Kreuz), Hoffnung (Anker), Liebe (Herz). 1 kor 13: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, aber die Liebe ist die größte unter ihnen“. Der aufgerichtete Löwe rechts neben dem Baum ist nicht nur das Symbol des Lions Clubs meiner Webseite, sondern er ist stolz, weiß genau, was er will, und steht dir bei, wenn du dich unsicher und verloren fühlst. Er zeigt dir den Weg, wenn du nicht weiterweißt, stärkt die Loyalität und unterstützt Beziehungen zu geliebten Menschen.
NEWS vom 01.09.2026 (siehe auch im News-Archiv)
Was machst du im September? What everyone will remember. (Bitte nicht 9/11 !!)

Buckelwal Hartwin tot (Timmy 2.0?), totale Sonnenfinsternis, Wälder brennen, Flüsse vertrocknen, Hitzetote, Wirtschaftskrise, Höcke ante Portas. Merz im Umfragetief, schmollt er im ‚Sauer‘land? Naht die Apokalypse? Auch wenn die Lage noch so ernst ist, wollen wir uns doch nicht den Spaß verderben lassen. Hier erfährst du, wo der Frosch seine Locken hat, Bartel den Most holt, der Hammer hängt, warum bei manchen der Hochmut erst nach dem Fall kommt, Auslaufmodelle nicht auslaufen, Spaßbremsen in E-Autos eingebaut werden, die Ameisen nie B-Meisen werden, wer kein Schwein hat, die jung machenden Trüffel selbst suchen muss, welche Absurditäten die nationale, global-fatale Politik bietet – und alles über Lyrik + Musik pur, Satire und Wissenswertes aller Art sowie auch seriöse historisch-politische Informationen.
Die zentralen Themen der News v. 1.9.26: (vollständige Texte im Archiv: News Sept. 26)
1. Politik in satirisch-ernsten Worten und Bildern
2. Historische Rückblicke auf Septemberereignisse (mit Liedern u.a. von Leonard Cohen)
3. Sechs Jahre Epochenjahr 2020 – Vergleich mit dem 6-jährigen 2. Weltkrieg
4. Tragische Geschichte des Nahostkonflikts (inkl. 2-Staaten-Lösung) + Gesamtbilanz seit 7.10.23
5. Evangelikale, ultrarechte US-Organisationen (ADF, ACLJ …) unterwandern mit Geld Europa.
6. September-Lyrik
7. KabarettistInnen + Poetry Slam
8. Wörter, die es nur in einer Sprache gibt, und kuriose Sprichwörter aus der ganzen Welt
9. eigene Limericks, Schüttelreime (mit Karikatur von Daniel Stieglitz) und Echoreime
10. Gerhard Wagner, Schwein gehabt – Redewendungen des Mittelalters
1. Politik in satirisch-ernsten Worten und Bildern

Sahra Wagenknecht als Steigbügelhalterin für Höckes AFD !! Bessere AFD-Werbung geht kaum noch. Kein Wunder, dass Höcke ihr (Frau Putin) jetzt angeboten hat, sie mit AFD-Stimmen in Thüringen zur Ministerpräsidentin zu wählen. Berlin ist wohl Weimar. Auch die etablierten Parteien tun alles, um die AFD-Wahlchancen im September zu verbessern.

© Worthaus.de: Johannes-Apokalypse (Prof. Zimmer) © Erl: Merz-Karikatur
Bei Merz scheinen alle Klimakatastrophen wie Ernteausfälle, Waldbrände, Austrocknung der Flüsse,
Hitzetote etc. bei einem Ohr rein-, aber beim anderen wieder rauszugehen. Ist Merz Scholz 2.0?
Politik-News in Kürze:
Weltweit, aber auch bei uns brennen die Wälder, die Flüsse trocknen aus, Missernten drohen und Unwetter nach Hitze, der Gütertransport auf Schiffen ist stark beeinträchtigt, Straßen, Brücken und Schienen marode, Wasser- u. Energieknappheit, Politikverdrossenheit riesig, Merz total unbeliebt, Koalition zerstritten, Reformprojekte auf der Kippe, am 6. u. 20.9. drohen in Sachsen-Anhalt, MV u. Berlin AFD-Siege und katastrophale Wahlergebnisse für die übrigen Parteien. Es drohen Weimarer Verhältnisse u. militärische Konfrontation mit Russland. Ebola breitet sich im Kongo immer weiter aus. Israels Minister Ben Gvir möchte jeden Tag 30 Palästinenser töten, da sie sowie keine Menschen seien. Trump verzwergt die USA, kann den Irankrieg wg. totaler Unfähigkeit sowie Munitions- u. Raketenmangel nicht beenden. Er droht dem Iran und allen Unterstützern mit beispiellosem Wirtschaftskrieg u. will alle windelweich bombardieren (Hiob lässt grüßen). Als aktiver, inkontinenter Dreifach-Windelträger weiß er, wovon er spricht. Sein menschlicher Drucker ist die 35-jährige Natalie Harp (= Zupfinstrument Harfe). Sie macht ihrem Namen alle Ehre, zupft seine Windeln zurecht, nachdem sie sie gewechselt hat, und flötet ihm selbstlos ins Ohr: „Du bist alles, was für mich zählt.“ Diese Worte an einen 80-jährigen, debilen, stinkenden Greis sind Ausdruck wahrer christlicher Nächstenliebe. Es gibt auch etwas Positives: Am 1.9. (vor 87 Jahren) begann der 2. WK, der 3. WK hat noch nicht begonnen (oder doch?) – eine tolle Nachricht, die uns froh stimmt, immerhin.
2. Historische Rückblicke auf Septemberereignisse (mit Liedern u.a. von Leonard Cohen)
1.9. 1939: Mit dem deutschen Überfall auf Polen beginnt der Zweite Weltkrieg
5.9. 1972: Das Münchner Olympia-Attentat war ein Anschlag der palästinensischen Terrororganisation
Schwarzer September auf die israelische Mannschaft, bei dem insgesamt 17 Personen starben.
11.9. 2001: Beim Terroranschlag auf das WTC starben fast 3.000 Personen.
Leonard Cohen – On That Day, Link: https://www.youtube.com/watch?v=ymNqTdBlXhg
WTC 9/11: Enya – Only Time, Link: https://www.youtube.com/watch?v=oh21ykZCjEU
Bei den Songs kann man zwar seine Gedanken loslassen, doch die Bilder vom 11.9. 2001 kommen zurück.
| Enya – Only TimeWer kann schon sagen, wohin die Straße führt, wohin der Tag fließt? Nur die Zeit. Und wer kann schon sagen, ob Deine Liebe so wächst, wie Dein Herz es sich ausgesucht hat? Nur die Zeit. Wer kann sagen, warum Dein Herz aufatmet, wenn Deine Liebe fliegt? Nur die Zeit. Und wer sagen kann, warum Dein Herz schreit, wenn Deine Liebe eine Lüge ist? Nur die Zeit. Wer kann sagen, wann sich die Wege kreuzen, dass Liebe in Deinem Herzen sein könnte? Und wer kann sagen, wenn der Tag schläft, und der Mond seine Bahnen zieht, ob die Nacht Dein Herz gefangen hält? Die Nacht Dein Herz gefangen hält… Wer kann schon sagen, ob Deine Liebe so wächst, wie Dein Herz es sich ausgesucht hat? Nur die Zeit. Und wer kann sagen, wohin der Weg führt, wohin der Tag fließt? Nur die Zeit. Wer weiß es? Nur die Zeit. Wer weiß es? Nur die Zeit. | Leonard Cohen: On That DayManche Leute sagen Das ist, was wir verdienen Für unsere Sünden gegen Gott Für Verbrechen in der Welt Ich weiß es nicht Ich halte nur die Stellung Seit dem Tag An dem sie New York verletzt haben Manche Leute sagen Sie hassen uns von je her Unsere unverschleierten Frauen Unsere Sklaven und unser Gold Ich weiß es nicht Ich halte nur die Stellung Aber beantworte mir dies Ich werde dich nicht verklagen Bist du verrückt geworden Oder hast du Bericht erstattet An diesem Tag An diesem Tag An dem sie New York verletzt haben |
Earth, Wind & Fire – September (1978), Link: https://www.youtube.com/watch?v=Gs069dndIYk
3. Sechs Jahre Epochenjahr 2020 – Vergleich mit dem 6-jährigen 2. Weltkrieg
6 Jahre globales Epochenjahr seit 2020: Zahl der Todesopfer + globale Kosten (ungefähre Angaben laut Wikipedia, WHO, UNO, Statista u.a. leicht zugänglichen Quellen und offiziellen Statistiken) Die Jahre 2020-26 bedeuten einen enormen globalen wirtschaftlichen Rückgang, wobei die volkswirtschaftlichen Verluste die des 2. WK sogar noch übertreffen (s.u.). Während von 1950- 60 das globale BIP um 5% jährlich stieg, prognostiziert Cebr (= Centre for Economics and Business Research) recht optimistisch von 2030-40 ein globales BIP-Wachstum von jährlich noch ca. 2%, wobei das BIP in Schwellenländern viel stärker wachsen wird als in G7-Staaten. In Deutschland wird das BIP in diesem Zeitraum wohl nur um 1% jährlich wachsen, kaum mehr als in diesem Jahr.
1. Corona-Pandemie (März 2020 – Mai 2023)
1.1. Über 22 Mio. Tote weltweit bis 2024 (laut WHO)
1.2. Globale volkswirtschaftliche Gesamtkosten: bis zu 35 Bio. USD
2. Ukraine-Krieg (seit 24.2. 2022)
2.1. Tote und Verletzte bisher: ca. 1,4 Mio Tote und Verwundete
2.2. Globale Gesamtkosten bisher: über 10 Bio. USD
3. Krieg im Nahen u. Mittleren Osten inkl. Iran seit dem 7.10. 2023
3.1. Tote und Verletzte bisher: über 130.000 Tote, über 300.000 Verletzte
3.2. Globale Kosten bisher: ca. 4 Bio. USD
4. Globale Kosten der Klimakatastrophe seit 2020:
Bisher über 1 Bio. USD pro Jahr mit stark steigender Tendenz
5. Globale Folgen der US-Politik unter Trump seit 2025
5.1. über 1 Bio. USD pro Jahr
5.2. Allein wegen USAID-Kürzungen ca. 5 Mio. Tote pro Jahr
5.3. Infolge von Düngemittelknappheit, Ernstausfälle etc. ca. 10 Mio. Tote pro Jahr
6. Weltkrieg von 1939-45 im Vergleich:
6.1. Tote und Verletzte global: ca. 75 Mio. Tote und über 20 Mio. Verletzte
6.2. Globale Kosten nach heutiger Kaufkraft: ca. 40 Bio. USD
Tragische Geschichte des Nahostkonflikts (inkl. 2-Staaten-Lösung) + Gesamtbilanz seit 7.10.23 Es gab so viele Möglichkeiten für eine Lösung des Nahostkonflikts, die jedoch alle an aus heutiger Sicht lächerlichen Details gescheitert sind. Jetzt ist eine sinnvolle Lösung der Palästina-Frage wohl unmöglich.
Ein kurzer Rückblick über diese bis heute anhaltende Nahost-Tragödie:
Balfour-Erklärung von 1917: Der britische Außenministers Balfour versprach den Juden eine nationale Heimstätte in Palästina, wobei die Rechte der bereits dort lebenden arabischen Bevölkerung nicht angetastet werden sollten. Dies ebnete den Weg für die Gründung des Staates Israel, schuf aber gleichzeitig den bis heute anhaltenden Konflikt mit den dort lebenden Palästinensern. Die Briten erhofften sich dadurch politische u. finanzielle Unterstützung von jüdischen Gruppen weltweit im 1. WK. Später wurde die Erklärung in das Palästinamandat des Völkerbundes übernommen u. völkerrechtliche Bedeutung erlan
Der Teilungsplan der Peel-Kommission von 1937 sah eine Aufteilung des britischen Mandatsgebiets Palästina in einen kleinen jüdischen Staat, einen großen arabischen Staat und eine dauerhaft britische Enklave vor: Jüdischer Staat: ca. 18 %, Arabischer Staat: ca. 77 %, Britische Exklave / Neutrales Gebiet (Jerusalem, Bethlehem und ein Korridor zum Meer): ca. 5 % Landes.
Arabische Seite: komplette Ablehnung; Jüdische Seite: Zustimmung, nur Kritik an Aufteilung
UN-Teilungsplan für Palästina von 1947: Aufteilung des britischen Mandatsgebiets in einen jüdischen Staat (56%), einen arabischen Staat (43%) und eine internationale Zone um Jerusalem (1%).
Gesamtbevölkerung 1947: 1,7 Mio., davon 2/3 Araber (1,14 Mio.) und 1/3 Juden (0,56 Mio.)
Arabische Ablehnung inkl. Palästina-Komitee; Zustimmung der jüdischen Seite.
Die Gründung des Staates Israel 1948 und Nakba: Nach Ablehnung des UN-Teilungsplan rief BenGurion am 15.48 den Staat Israel aus. Daraufhin griffen mehrere arabische Nachbarstaaten Israel an. Der Krieg endete mit dem Sieg Israels und der Flucht/Vertreibung von ca. 750.000 Palästinensern. Territoriale und politische Folgen: Grüne Linie: Die Demarkationslinien fixierten die Grenzen des israelischen Staatsgebiets, das nun rund 78% des ehemaligen britischen Mandatsgebiets Palästina umfasste – deutlich mehr als laut UN-Teilungsplan von 1947. Ein eigenständiger arabisch-palästinensischer Staat entstand nicht. Das Westjordanland und Ostjerusalem fielen unter die Kontrolle Transjordaniens, während der Gaza-Streifen von Ägypten verwaltet wurde. Geteiltes Jerusalem: Die Stadt wurde durch eine schwer befestigte Grenze in einen israelischen Westteil und einen jordanischen Ostteil gespalten. Ungelöste Flüchtlingsfrage: Das Schicksal der rund 750.000 geflohenen und vertriebenen Palästinenser blieb ungelöst, da Israel eine Rückkehr verweigerte u. die arabischen Staaten sie (mit Ausnahme Jordaniens) kaum integrierten. Ein dauerhafter Friedensvertrag wurde damals nicht geschlossen, weshalb die Abkommen den Grundstein für die nachfolgenden Jahrzehnte des Nahostkonflikts legten.
(Weiterlesen im News Archiv: News September 26)
Der Ausbruch des 6-Tage-Krieges 5.-10.6.1967 wurde durch die ägyptische Sperrung der Straße von Tiran, den Abzug der UN-Truppen und einen massiven arabischen Truppenaufmarsch an Israels Grenzen ausgelöst. Hinzu kamen langjährige Konflikte um Wasserressourcen und zunehmende Grenzzwischenfälle. See-Sperrung (Mai/Juni 1967) als direkter Auslöser: Ägypten sperrte am 22.5. 1967 die Straße von Tiran für die israelische Schifffahrt, was für Israel eine wirtschaftliche und völkerrechtliche Blockade bedeutete. UN-Abzug: Der ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser erzwang den Abzug der UN-Puffer-Truppen (UNEF) von der Sinai-Halbinsel. Truppenaufmarsch: Ägypten stationierte fast 100.000 Soldaten u. rund 1.000 Panzer an der Grenze zu Israel. Auch Jordanien u. Syrien mobilisierten ihre Streitkräfte u. schlossen ein Bündnis gegen Israel. Langfristige Ursachen/Spannungen: Wasserstreit: Der Streit um die Nutzung u. Umleitung des Jordan-Wassers (u.a. durch syrische Versuche, Quellen umzuleiten) führte seit 1964 zu wiederkehrenden bewaffneten Konflikten. Grenzkonflikte: An der Grenze zu Syrien (Golanhöhen) kam es permanent zu Artillerieduellen u. Schusswechseln, oft angetrieben durch Angriffe palästinensischer Milizen u. Streit um Pufferzonen. Politische Rhetorik: Arabische Führer äußerten offen das Ziel, den Staat Israel zu vernichten, was in Israel zu einer existenziellen Bedrohungsangst u. der Entscheidung für einen Präventivschlag am 5.6. 1967 führte.
Im Sechstagekrieg eroberte Israel nach einem Präventivschlag das Westjordanland u. Ostjerusalem von Jordanien, den Gazastreifen und die Sinai-Halbinsel von Ägypten sowie die Golanhöhen von Syrien. Israels Haltung: Die israelische Regierung war intern bereit, den Großteil dieser Gebiete (vor allem Sinai und Golanhöhen) gegen Friedensverträge und Anerkennung abzugeben, stritt aber über die Zukunft des Westjordanlands u. Jerusalems. Ein konkreter Prozentsatz zur Aufteilung Palästinas wurde damals von Israel nicht offiziell angeboten. Auf dem arabischen Gipfeltreffen vom 29.8. bis 1.9. 1967 verabschiedeten die arabischen Staaten die Khartum-Resolution: Nein zum Frieden mit Israel, Nein zur Anerkennung Israels, Nein zu Verhandlungen mit Israel.
(Gesamtbevölkerung in Israel-Palästina 1967: 4 Mio.: d.h. 2,5 Mio. jüdische Israelis u. 1,5 Mio. Palästinenser)
Der Jom-Kippur-Krieg vom 6. – 26.10. 1973, wurde durch einen Überraschungsangriff Ägyptens und Syriens auf Israel am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur ausgelöst. Die Hauptziele der arabischen Staaten waren die Rückgewinnung der im Sechstagekrieg 1967 besetzten Gebiete der Sinai-Halbinsel und der Golanhöhen. Verlauf und Ende: Überraschungseffekt: Ägyptische u. syrische Truppen griffen am 6.10. 1973 gleichzeitig an u. trafen die israelische Armee unvorbereitet. Wende: Nach schweren Anfangsverlusten mobilisierte Israel seine Streitkräfte, drängte die Angreifer zurück und stieß seinerseits über den Sueskanal sowie Richtung Damaskus vor. Waffenstillstand: Ein von den Großmächten USA und Sowjetunion vermittelter Waffenstillstand beendete die Kämpfe am 26. Oktober 1973.
Das Camp-David-Abkommen vom 17.9. 1978 ist ein historischer Friedensvertrag zw. Ägypten und Israel. Vermittelt durch US-Präsident Jimmy Carter, einigten sich der ägyptische Präsident Anwar Al-Sadat und der israelische Ministerpräsident Menachem Begin auf dem Landsitz Camp David auf 2 Rahmenab- kommen. Die wichtigsten Kernpunkte waren: Friedensschluss: Die beiden Staaten beendeten den seit 1948 bestehenden Kriegszustand u. nahmen diplomatische Beziehungen auf. Rückgabe des Sinai: Israel verpflichtete sich, die seit 1967 besetzte Sinai-Halbinsel schrittweise an Ägypten zurückzugeben. Palästinenserfrage: Ein Rahmenabkommen sah eine 5-jährige Übergangsphase für die Autonomie der Palästinenser im Westjordanland und im Gazastreifen vor. Das Abkommen führte direkt zum IsraelischÄgyptischen Friedensvertrag vom März 1979. Es bildete den ersten Friedensschluss zwischen Israel und einem arabischen Nachbarn, was den drei Staatsmännern den Friedensnobelpreis einbrachte, in der arabischen Welt aber auch massive Proteste auslöste. Am 6.10. 1981 wurde der ägyptische Staatspräsident Sadat ermordet. Die Attentäter waren radikale Muslime, die mit seinem Bekenntnis zum israelischen Staat nicht einverstanden waren.
(Gesamtbevölkerung in Israel-Palästina 1978: 5,8 Mio.: d.h. 3,1 Mio. jüdische Israelis u. 2,7 Mio. Palästinenser)
Die Erste Intifada (1987 – 1993): Die „Intifada der Steine“ war zu Beginn eine spontane, von breiten Teilen der Bevölkerung getragene Massenbewegung. Ursachen u. Auslöser: Jahrzehntelange Besatzung: Große Frustration der Palästinenser über die israelische Militärherrschaft seit dem 6-Tage-Krieg 1967. Wirtschaftliche und soziale Not: Fehlende politische Perspektiven, hohe Jugendarbeitslosigkeit und soziale Ungleichheit in den besetzten Gebieten. Siedlungsbau und Kontrollen: Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, Konfiszierung von Land u. der fortlaufende israelische Siedlungsbau. Direkter Auslöser: Am 8.12. 1987 rammte ein israelischer Militär-Lkw im Gazastreifen ein palästinensisches Taxi, wobei vier Palästinenser starben. Dies entfachte die ohnehin kochende Volksseele. Methoden des Widerstands: Ziviler Ungehorsam: Generalstreiks, Boykott israelischer Waren, Verweigerung von Steuerzahlungen. Symbolischer Protest: Jugendliche u. Kinder bewarfen israelische Soldaten mit Steinen u. Molotowcocktails. Militärische Waffen kamen auf palästinensischer Seite anfangs kaum zum Einsatz. Folgen:
Internationale Aufmerksamkeit: Die Bilder von Stein werfenden Kindern gegen hochgerüstete Panzer lenkten die Weltöffentlichkeit auf das Leid der Palästinenser. Politisches Umdenken: Jordanien verzichtete 1988 formal auf das Westjordanland zugunsten der PLO. Im selben Jahr rief Jassir Arafat symbolisch den Staat Palästina aus und schwor dem Terrorismus ab. Der Oslo-Friedensprozess: Der Druck führte schließlich zu Geheimverhandlungen und der Unterzeichnung der Oslo-Abkommen (1993). Dies ermöglichte die Gründung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA). Entstehung der Hamas: 1987 gründete sich die islamistische Hamas als radikale, religiöse Konkurrenz zur säkularen PLO.
Das 1, Oslo-Abkommen (Oslo I) aus dem Jahr 1993 legte zunächst nur die Rahmenprinzipien und die Anerkennung fest. Die konkrete prozentuale Aufteilung der Gebiete wurde im Oslo-II-Abkommen (1995) geregelt, welches das Westjordanland in drei Zonen unterteilte: Zone A (~18 %): Vollständige zivile und sicherheitsrelevante Kontrolle durch die Palästinensische Autonomiebehörde (beinhaltet die palästinensischen Großstädte). Zone B (~22 %): Palästinensische Zivilverwaltung, aber gemeinsame bzw. primär israelische Sicherheitskontrolle (hauptsächlich ländliche Gebiete und Dörfer). Zone C (~60 %): Vollständige israelische Kontrolle über Sicherheit, Zivilverwaltung und Infrastruktur (beinhaltete dünn besiedelte Flächen sowie israelische Siedlungen). Der Gazastreifen wurde im Rahmen des separaten GazaJericho-Abkommens (1994) vorab zu etwa 60 bis 70 % unter palästinensische Selbstverwaltung gestellt, bis Israel sich 2005 vollständig zurückzog.
Die Ermordung des israelischen Ministerpräsidenten Jitzchak Rabin am 4.11. 1995 wurde durch die tiefe politische Spaltung über den Oslo-Friedensprozess verursacht u. führte zum schleichenden Stillstand der Friedensbemühungen in Nahost. Ursachen des Attentats: Oslo-Abkommen: Rabins Verhandlungen mit der PLO u. die Übergabe von Gebieten an die Palästinenser galten im nationalreligiösen u. rechten Lager als Verrat am jüdischen Volk. Radikalisierung der Stimmung: Eine aggressive politische Hetzkampagne begleitete den Friedensprozess; Rabin wurde auf Demonstrationen wiederholt als Nazi oder Verräter verunglimpft. Täterprofil: Der rechtsextreme Jurastudent Jigal Amir handelte aus religiös-nationaler Überzeugung, um den von ihm abgelehnten Friedenskurs und die Räumung von Siedlungen zu stoppen. Terrorwelle: Anschläge palästinensischer Extremisten (wie der Hamas) schwächten das Sicherheitsgefühl der israelischen Bevölkerung, wofür die Opposition die Regierung verantwortlich machte. Folgen der Tat: Erlahmen des Friedensprozesses: Mit Rabin verlor der Ausgleich mit den Palästinensern seinen gewichtigsten politischen Befürworter, wodurch das Oslo-Abkommen faktisch scheiterte. Erstarken der Rechten: Politisch profitierten zunächst die Gegner des Abkommens; kurz darauf übernahm Benjamin Netanjahu (Likud) das Amt des Ministerpräsidenten. Gesellschaftliches Trauma: Das Attentat erschütterte das demokratische Fundament und die innere Stabilität Israels tief und hinterließ eine bis heute spürbare politische und gesellschaftliche Zäsur.
Beim Camp David II-Gipfeltreffen im Juli 2000 bot Israel den Palästinensern rund 91 bis 92 % des Westjordanlands an (zuzüglich des Gazastreifens), während die verbleibenden 8 bis 9 % bei Israel verbleiben sollten. Das Angebot im Detail: 91–92 % des Westjordanlands waren für einen künftigen palästinensischen Staat vorgesehen. 9 % sollten von Israel zur Annexion der großen Siedlungsblöcke beansprucht werden. Gebietsaustausch: Als Ausgleich für die einbehaltenen Siedlungsgebiete bot MP Barak (Israel) den Palästinensern zusätzliches Land aus israelischem Staatsgebiet von etwa 2 % an. Das Abkommen scheiterte u.a. an dieser prozentualen Aufteilung, dem Status Jerusalems sowie der Flüchtlingsfrage (US-Präsident Clinton bot vergeblich als Ausgleich 30 Mrd. USD an!!), da die palästinensische Seite (Arafat) das Angebot als unzureichend für eine vollständige Souveränität ansah.
Am 28.09. 2000 besuchte der damalige israelische Oppositionsführer Ariel Scharon (LikudPartei) den Tempelberg in Jerusalem. Dieses Ereignis gilt als der entscheidende Funke, der den palästinensischen Volksaufstand, die 2, (Al-Aksa)-Intifada auslöste. Scharon betrat das von Muslimen als Haram al-Scharif (Edles Heiligtum) verehrte Plateau in Begleitung von 1.000 schwer bewaffneten israelischen Polizisten u. Sicherheitskräften. Politisches Signal: Mitten im israelischen Wahlkampf und kurz nach dem Scheitern der Friedensverhandlungen von Camp David wollte Scharon den israelischen Souveränitätsanspruch über ganz Jerusalem und dessen heilige Stätten untermauern. Absprache: Obwohl israelische Stellen im Nachgang betonten, der Besuch sei im Vorfeld mit palästinensischen Sicherheitsbehörden besprochen worden, wurde die Präsenz des rechtskonservativen Politikers von der palästinensischen Bevölkerung u. Führung als massive Provokation aufgefasst. Die Folgen: Der Besuch hatte gravierende, jahrelange Auswirkungen auf den Nahost-Konflikt: Ausbruch der 2. Intifada: Bereits am 29.9. 2000, kam es nach den Freitagsgebeten auf dem Tempelberg zu schweren Zusammenstößen zwischen palästinensischen Demonstranten und israelischen Sicherheitskräften. Politischer Aufstieg Scharons: Die durch die Eskalation ausgelöste Sicherheitskrise in Israel schwächte die damalige Arbeitnehmer-Regierung unter Ehud Barak. Ariel Scharon gewann die vorgezogenen Ministerpräsidentenwahlen im Februar 2001 deutlich.
(Gesamtbevölkerung in Israel-Palästina 2000: 9,1 Mio.: d.h. 5 Mio. jüdische Israelis u. 4,1 Mio. Palästinenser)
Die 2. (Al-Aksa) Intifada von 2000 – 2005: Im Gegensatz zur ersten war diese von Anfang an hochgradig militarisiert und von bewaffneten Gruppen angeführt. Ursachen und Auslöser: Scheitern von Camp David: Die Friedensverhandlungen im Sommer 2000 zwischen Jassir Arafat und Ehud Barak endeten ergebnislos. Die Hoffnung auf einen eigenen, lebensfähigen Staat zerschlug sich. Frustration über Oslo: Die palästinensische Bevölkerung sah im Alltag kaum Verbesserungen. Der israelische Siedlungsbau ging weiter u. die Bewegungsfreiheit blieb stark eingeschränkt. Direkter Auslöser: Am 28.9. 2000 besuchte der damalige israelische Oppositionsführer Ariel Scharon den Tempelberg in Jerusalem. Dies wurde von den Palästinensern als massive Provokation empfunden und löste schwere Unruhen aus. Methoden des Widerstands: Militarisierung u. Terror: Kaum noch ziviler Protest, stattdessen bewaffnete Angriffe und eine verheerende Welle von Selbstmordattentaten durch Gruppen wie Hamas, den Islamischen Dschihad und die Fatah-nahen Al-Aksa-Märtyrerbrigaden in israelischen Städten (bspw. in Bussen und Cafés). Folgen: Massive Opferzahlen: Es war ein ungleich blutigerer Konflikt. Es starben über 3.000 Palästinenser u. rund 1.000 Israelis. Historische Debatte: Bis heute ist umstritten, ob Scharons Besuch die Intifada tatsächlich im Alleingang verursachte oder lediglich als willkommener Vorwand für einen ohnehin von der palästinensischen Führung unter Jassir Arafat geplanten Aufstand diente, da die Friedensgespräche blockiert waren. In der Geschichtsschreibung bleibt das Ereignis jedoch der symbolische Wendepunkt, der den Friedensprozess der 1990er Jahre (Oslo-Abkommen) endgültig beendete. Bau der israelischen Sperranlage: Als Reaktion auf die Selbstmordattentate begann Israel 2003 mit dem Bau einer massiven Barriere (Zäune u. Betonmauern) entlang u. teils innerhalb des Westjordanlands (derzeit ca. 750 km).
Wirtschaftlicher Kollaps: Die strengen israelischen Abriegelungen, Straßensperren (Checkpoints) u. der Bau der Mauer isolierten palästinensische Städte u. brachten die Wirtschaft sowie den Tourismus zum Erliegen. Politischer Rechtsruck in Israel: Das Vertrauen der israelischen Bevölkerung in ein „Landgegen-Frieden“-Abkommen wurde nachhaltig zerstört. Die israelische Friedensbewegung brach faktisch zusammen. Rückzug aus dem Gazastreifen: 2005 evakuierte Israel unter Ariel Scharon alle jüdischen Siedlungen im Gazastreifen u. zog seine Truppen von dort ab, was 2007 zur Machtübernahme der Hamas im Küstenstreifen beitrug.
Bei den Friedensverhandlungen beim Taba-Gipfel im Januar 2001 legten sowohl die israelische als auch die palästinensische Delegation konkrete Vorschläge zur territorialen Aufteilung des Westjordanlandes vor, die auf den sogenannten Clinton-Parametern basierten: Territorialen Vorschläge im Überblick: Israelischer Vorschlag: Israel forderte die Annexion von 6%-8% des Westjordanlandes. Im Gegenzug bot die israelische Seite einen Gebietstausch von maximal 3 % an. Den Palästinensern sollten damit effektiv 92 % bis 94 % des ursprünglichen Territoriums verbleiben. Palästinensischer Vorschlag: Die palästinensische Delegation schlug eine israelische Annexion von maximal 3,1% des Westjordanlandes vor. Dieser Verlust sollte durch einen äquivalenten, proportionalen Gebietstausch von ebenfalls 3,1% innerhalb der „Grünen Linie“ (Grenzen von 1967) eins zu eins kompensiert werden, sodass dem künftigen palästinensischen Staat eine Fläche von 100% zur Verfügung gestanden hätte. Ein offizielles Abkommen scheiterte letztlich an der Berechnungsgrundlage einzelner Gebiete (wie Ostjerusalem) und dem vorzeitigen Abbruch der Verhandlungen aufgrund der israelischen Parlamentswahlen im Februar 2001.
| Die Terroranschläge vom 11.9. 2001 wurden maßgeblich durch den radikalen Islamismus der Organisation al-Qaida, den Nahostkonflikt u. eine fundamentale Ablehnung der westlichen Welt ausgelöst. Als direkte Folgen veränderten sich die globale Sicherheitspolitik durch den „Krieg gegen den Terror“, weltweite Militäreinsätze sowie drastische Einschränkungen der Privatsphäre im Flug- u. Datenverkehr. Ursachen: Islamistischer Fanatismus: Das Terrornetzwerk al-Qaida unter Osama bin Laden nutzte eine radikale Auslegung des Islams. Antiamerikanismus: Die Politik der USA im Nahen Osten (unter anderem die Truppenpräsenz in SaudiArabien) und die Unterstützung Israels schufen tiefen Hass bei den Extremisten. Ausdrücklich wurde in einem Bekennervideo Osama bin Ladens als Begründung für diese Terroranschläge das Scheitern der Camp David Verhandlungen (s.o.) genannt, für die die USA u. Israel verantwortlich seien. Globalisierungskritik: Die Täter sahen in den USA den Hauptverantwortlichen für eine wirtschaftliche und kulturelle Dominanz, die sie ablehnten. Auswirkungen: Krieg gegen den Terror. Die USA riefen den Notstand aus und begannen militärische Interventionen, darunter den Krieg in Afghanistan ab 2001 und den Irak-Krieg ab 2003. Überwachung und Sicherheit: An Flughäfen weltweit galten fortan strenge Kontrollen; Staaten verschärften ihre Geheimdienst- u. Antiterrorgesetze (wie den Patriot Act in den USA). Fast 3.000 Menschen starben bei den koordinierten Flugzeugabstürzen in New York, Washington (Pentagon) und Shanksville. |
Die Räumung des Gazastreifens im Sommer 2005 war der einseitige Rückzug des israelischen Militärs u. die vollständige Evakuierung aller jüdischen Siedlungen aus dem Gazastreifen. Ablauf u. Kernfakten: Initiator: Der damalige israelische Ministerpräsident Ariel Scharon trieb den Plan ab 2003/2004 gegen massiven Widerstand aus den eigenen politischen Reihen voran (u. a. trat der spätere Premier Benjamin Netanjahu aus Protest zurück). Die offizielle Räumung begann am 15.8. 2005. Bis September 2005 zogen sich die israelischen Streitkräfte komplett zurück. Umfang: Es wurden alle 21 jüdischen Siedlungen im Gazastreifen (darunter der große Siedlungsblock Gush Katif) sowie vier kleinere Siedlungen im nördlichen Westjordanland aufgelöst. Betroffene: Rund 8.500 bis 9.000 israelische Siedler mussten ihre Häuser verlassen. Wer nicht freiwillig ging, wurde von der israelischen Armee u. Polizei zwangsweise evakuiert. Die Wohnhäuser wurden anschließend planmäßig zerstört. Beweggründe der israelischen Regierung: Scharon argumentierte vor allem mit der Sicherheit Israels und demografischen Faktoren. Es wurde als unmöglich angesehen, eine kleine jüdische Minderheit inmitten von damals rund 1,5 Millionen Palästinensern dauerhaft militärisch zu schützen. Da Friedensverhandlungen mit der palästinensischen Führung zu dieser Zeit blockiert waren, vollzog Israel diesen Schritt einseitig (ohne Gegenleistungen oder bilaterale Verträge). Historische Folgen: Die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahostkonflikt erfüllte sich langfristig nicht: Machtübernahme der Hamas: Anfang 2006 gewann die radikalislamische Hamas die palästinensischen Parlamentswahlen und übernahm nach einem kurzen innerpalästinensischen Bruderkrieg 2007 die alleinige Kontrolle über den Gazastreifen. Blockade: Als Reaktion auf die Machtübernahme und den fortlaufenden Raketenbeschuss errichteten Israel und Ägypten eine bis heute andauernde Blockade über die Land-, Luft- und Seegrenzen des Gazastreifens. Trauma in Israel: Die Bilder von israelischen Soldaten, die jüdische Siedler aus ihren Häusern heraustrugen, brannten sich tief in das kollektive Gedächtnis Israels ein und spalteten die dortige Gesellschaft nachhaltig.
Im Jahr 2008 gab es keine offizielle oder umgesetzte prozentuale Neuaufteilung zw. Israel und Palästina, aber im Rahmen der Geheimverhandlungen zwischen Ehud Olmert u. Mahmud Abbas bot
Israel den Palästinensern einen Rückzug aus rund 93 bis 95 % des Westjordanlands an. Inhalt des 2008er Vorschlags (Olmert-Plan) Westjordanland: Israel forderte die Annexion von ca. 4,9 bis 6,5 % des Gebiets (für große Siedlungsblöcke wie Ma’ale Adumim u. Gush Etzion). Gebietsaustausch: Im Gegenzug bot Israel den Palästinensern Ausgleichsflächen im Umfang von ca. 5,5-5,8% an, die an das Westjordanland oder den Gazastreifen angrenzen. Verbindung: Ein geplanter Tunnel oder Highway sollte das Westjordanland u. den Gazastreifen verbinden. Der Plan wurde von der palästinensischen Seite nicht formell angenommen, da u. a. die Frage um Ost-Jerusalem u. die genauen Tauschverhältnisse ungelöst blieben. 2014 enthielt der von US-Außenminister John Kerry vorgeschlagene Rahmen für Verhandlungen im Westjordanland einen israelischen Kontroll- oder Annexionsanteil von rund 75-80% der dortigen Siedler durch gegenseitige Landtausch-Optionen basierend auf den Grenzen von 1967, was jedoch offiziell nicht in festen Prozentzahlen für das gesamte Land endete. Hintergrund des Rahmenplans: Die Gespräche liefen von Juli 2013 bis April 2014, scheiterten aber am Ende. Es ging um die Grenzen der 2013–2014 Israeli– Palestinian peace talks auf Basis der Linien von vor 1967. Der Plan sah vor, einen Großteil der Siedler im Westjordanland durch Grenzverschiebungen bei Israel zu belassen. Streitpunkte der Aufteilung: Siedlungen: Rund 75-80% der Siedler im Westjordanland sollten in Blöcken bei Israel verbleiben. Fläche: Die Palästinensische Autonomiebehörde lehnte den Plan ab, da er ihnen zu wenig Souveränität und zu viel israelische Kontrolle im Jordantal und über die Grenzen ließ.
Der Nahost-Friedensplan von Donald Trump im Januar 2020 sah für das Westjordanland (ohne den Gazastreifen) folgende prozentuale Aufteilung vor: 30% für Israel: Der Plan erlaubte Israel die
Annexion von rund 30% des Westjordanlandes. Dies umfasste das strategisch wichtige Jordantal sowie ca. 130 israelische Siedlungen. 70% für die Palästinenser: Den Palästinensern wurden Rechte an ca. 70% des Westjordanlandes für einen zukünftigen, demilitarisierten Staat zugesprochen. Zusatzregelungen zur Fläche: Gaza-Erweiterung & Landtausch: Zum Ausgleich für die verlorenen Gebiete im Westjordanland sah der Plan einen ungleichen Landtausch vor. Die Palästinenser sollten zwei größere Gebiete in der NegevWüste nahe der ägyptischen Grenze erhalten, die an den Gazastreifen angrenzen. Zusammenhängende Fläche: Der Gazastreifen und das verbleibende Westjordanland sollten über einen Tunnel- und Brückenkorridor miteinander verbunden werden.
Der Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel am 7. 10. 2023 markiert eine tiefgreifende historische Zäsur im israelisch-palästinensischen Konflikt. Das Ereignis hat sowohl die regionale Ordnung als auch globale geopolitische u. gesellschaftliche Dynamiken radikal verändert. Die Ursachen des Angriffs basieren auf einer Mischung aus jahrzehntealten strukturellen Konflikten u. akuten geopolitischen Entwicklungen: Das ideologische Ziel der Hamas: Die im Gazastreifen herrschende Terrororganisation verfolgt laut ihrer Gründungscharta die Vernichtung des Staates Israel und die Errichtung eines islamischen Staates auf dem gesamten Territorium. Geopolitische Annäherung (Abraham-Abkommen): Vor dem Angriff zeichnete sich eine historische diplomatische Annäherung zwischen Israel und Saudi-Arabien ab. Die Hamas sowie ihr wichtigster regionaler Unterstützer, der Iran, versuchten mit dem Angriff, diese strategische Achse zu torpedieren u. die palästinensische Frage wieder auf die Weltbühne zu zwingen.
Blockade des Gazastreifens: Seit der gewaltsamen Machtübernahme der Hamas im Jahr 2007 stand der Gazastreifen unter einer strikten Militärblockade durch Israel und Ägypten. Dies führte zu einer chronischen Wirtschaftskrise und hoher Perspektivlosigkeit in der Bevölkerung, welche die Hamas für ihre Radikalisierung instrumentalisierte. Politischer Stillstand: Der Friedensprozess (wie der Ansatz einer Zweistaatenlösung) war seit Jahren faktisch tot. Die palästinensische Führung im Westjordanland (Fatah) galt als schwach u. korrupt, woraufhin die Hamas sich als die einzig handlungsfähige „Widerstandskraft“ inszenieren wollte. Unmittelbare u. langfristige Folgen: Die Folgen des Angriffs, bei dem ca. 1.200 Menschen in Israel ermordet u. über 240 Geiseln verschleppt wurden, lösten eine massive Kettenreaktion aus: Der Gaza-Krieg: Als direkte Reaktion leitete Israel eine massive Militäroperation im Gazastreifen ein („Operation Eiserne Schwerter“), um die militärischen u strukturellen Kapazitäten der Hamas vollständig zu zerschlagen. Dies führte zu einer beispiellosen humanitären Krise, weit über 100.000 Toten unter der palästinensischen Bevölkerung u. der weitgehenden Zerstörung der Infrastruktur im Gazastreifen. Der Konflikt weitete sich schnell zu einem Mehrfrontenkrieg aus. Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon beschoss den Norden Israels, die Huthi-Rebellen im Jemen griffen Schiffe im Roten Meer an, und es kam zu direkten militärischen Konfrontationen u. Luftschlägen zwischen Israel u. dem Iran. Das unerschütterliche Vertrauen der Israelis in ihren Geheimdienst und die Armee wurde tief beschädigt. Das Land geriet in einen Zustand kollektiven Traumas u. politischer Instabilität bezüglich der Frage, wie die verbliebenen Geiseln befreit werden können. Globale geopolitische Polarisierung: Der Konflikt löste weltweit diplomatische Verwerfungen aus. Während westliche Staaten wie die USA u. Deutschland Israels Recht auf Selbstverteidigung betonten, verurteilten Länder des Globalen Südens, Südafrika (Klage vor dem Internationalen Gerichtshof) sowie China u. Russland das Vorgehen Israels scharf. International – auch in Deutschland – führten die Ereignisse zu einem drastischen Anstieg antisemitischer Vorfälle, heftigen gesellschaftlichen Debatten, Protesten an Universitäten u. Verschärfung der inneren Sicherheitslage.
(Gesamtbevölkerung in Israel-Palästina 2023: 14,8 Mio.: d.h. 7,2 Mio. jüdische Israelis u. 7,6 Mio. Palästinenser)
Der Auslöser des Gazakrieges war der Terrorangriff der Hamas am 7.10. 2023, gefolgt von Israels militärischer Zerschlagungsoffensive, einer brüchigen Waffenruhe ab Herbst 2025 und anhaltenden Kämpfen sowie einer schweren humanitären Krise bis Juli 2026. Ursachen des Krieges: Terrorangriff: Der Massenangriff der Hamas und verbündeter Milizen auf Israel am 7.10. 2023 mit Tötungen u. Verschleppungen von Geiseln. Dauerkonflikt: Das jahrzehntelange, ungelöste Streben der Palästinenser nach einem eigenen Staat und die Blockade des Gazastreifens. Militärstrategie: Israels erklärtes Ziel, die militärische und politische Herrschaft der Hamas im Gazastreifen komplett zu beseitigen. Folgen bis Juli 2026: Menschliches Leid: Über 100.000 Tote auf palästinensischer Seite, darunter viele Kinder, sowie anhaltende Traumata u. eine zerbrochene Infrastruktur. Zerstörung: Über 75% aller Gebäude im Gazastreifen wurden beschädigt oder zerstört, was weite Teile unbewohnbar macht. Lage vor Ort: Trotz einer im Herbst 2025 vereinbarten Waffenruhe weitet Israel seine Kontrollzone aus; die Bevölkerung lebt beengt in Zelten bei stark eingeschränkter Versorgung. Politischer Stillstand: Pläne für eine Verwaltung durch ein Technokratengremium unter internationaler Aufsicht stecken fest, da Israel die Entwaffnung der Hamas fordert und die Hamas ihren Einfluss behalten will.
Der bewaffnete Großkonflikt zw. den USA u. Israel auf der einen Seite sowie dem Iran u. seinen Verbündeten auf der anderen Seite eskalierte nach dem vorausgegangenen „Zwölftagekrieg“ vom Juni 2025 u. gipfelte im Irankrieg ab dem 28.2. 2026. Ursachen des Konflikts: Das iranische Atomprogramm: Nach dem Verstreichen eines von US-Präsident Trump gesetzten Ultimatums u. einer Rüge der IAEO im Juni 2025 griffen Israel u. die USA (unter der US-Operation Midnight Hammer) iranische Nuklearanlagen an. Der Hauptangriff im Februar 2026 (Operation Epic Fury / Operation Roaring Lion) zielte auf die endgültige Zerschlagung des Atom- u. Raketenprogramms ab. Unterstützung von Stellvertretermilizen: Die dauerhafte finanzielle u. militärische Unterstützung des Irans für die „Achse des Widerstands“ (wie Hamas und Hisbollah) galt aus israelischer Sicht als existenzielle Bedrohung. Angestrebter Regimewechsel:
Die USA u. Israel nutzten die Destabilisierung durch massive landesweite Proteste im Iran (Dezember 2025/Januar 2026), um durch gezielte Enthauptungsschläge einen Sturz des islamischen Regimes herbeizuführen. Geopolitische u. wirtschaftliche Interessen: Seitens der US-Regierung wurden auch die Kontrolle über regionale Öl- u. Gasvorkommen sowie die Sicherung der internationalen Schifffahrtswege als strategische Ziele genannt. Folgen des Konflikts (bis Juli 2026). Ausschaltung der iranischen Führung: Gleich zu Beginn der Offensive am 28.2. 2026 wurde der Oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei sowie weite Teile der militärischen Führungsspitze durch Luftschläge getötet. Als Nachfolger rückte sein Sohn Mojtaba Chamenei nach. Flächenbrand in Nahost: Der Iran reagierte mit dezentralen Gegenschlägen mittels Drohnen u. Raketen auf Israel sowie auf US-Stützpunkte in arabischen Golfstaaten (u. a. Bahrain, Kuwait, VAE, Saudi-Arabien). Zudem weitete sich der Konflikt zu einem heftigen Libanonkrieg zw. Israel u. der Hisbollah aus. Blockade der Straße von Hormus: Als asymmetrisches Machtmittel verminte u. blockierte der Iran die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Dies führte zu einem globalen Ölpreisaufschlag von rund 40% u. weltweiten Inflationssorgen. Hohe Opferzahlen und schwere Infrastrukturschäden: Tausende Zivilisten und Soldaten starben. Neben militärischen Zielen wurden kritische Ölanlagen, Strom- u. Meerwasserentsalzungswerke sowie das Kernkraftwerk Buschehr getroffen, was immense ökologische Schäden (u. a. riesige Ölteppiche im Persischen Golf) verursachte. Diplomatische Initiativen u. brüchige Waffenruhe: Nach Vermittlungen wurde im Juni 2026 eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) für ein Konfliktende unterzeichnet, das den schrittweisen Abbau von Blockaden u. Sanktionen vorsieht. Die Lage bleibt jedoch extrem volatil, da es weiterhin zu gegenseitigen militärischen Vergeltungsschlägen kommt.
(Gesamtbevölkerung in Israel-Palästina 2026: 15 Mio.: d.h. 7,5 Mio. jüdische Israelis u. 7,5 Mio. Palästinenser)
Im Westjordanland leben über 550.000 und in Ost-Jerusalem über 250.000 jüdische Siedler.
Kriegsopfer-Bilanz: Tote und Verletzte
Seit dem Beginn des Konflikts am 7.10. 2023 bis Ende Juli 2026 sind im Nahen und Mittleren Osten wohl schon über 130.000 Menschen infolge der verschiedenen Kriegshandlungen (Gazakrieg, LibanonKonflikt, Irankrieg 2026 etc.) getötet worden. Die Zahl der Verletzten liegt über 300.000.
Globale wirtschaftliche Bilanz:
Die globalen Kosten der Kriege im Nahen Osten, dem Iran und den arabischen Staaten belaufen sich seit dem 7. Oktober 2023 bis Ende Juli 2026 auf weit über 3,5 Bio. USD.
5. Evangelikale, ultrarechte US-Organisationen (ADF, ACLJ …) unterwandern mit Geld Europa, um Abtreibung, Frauenrechte, Diversität etc. durch rechtsextreme Parteien einzuschränken.
(Quellen: Correctiv, Wikipedia, SZ, Spiegel etc.)
Transatlantische Netzwerke der christlichen Rechten, wie die Alliance Defending Freedom (ADF) u. das European Center for Law and Justice (ECLJ), investieren Millionenbeträge in Europa. Sie nutzen juristische Strategien u. Lobbyarbeit, um reproduktive Rechte, LGBTQIA+-Rechte u. Diversität gezielt einzuschränken, u. arbeiten dabei ideologisch mit nationalkonservativen bis rechtsextremen Akteuren zusammen.
Finanzierung u. Herkunft: Recherchen von Medien u. NGOs belegen, dass US-amerikanische Geldgeber erhebliche Summen nach Europa lenken, um eine sogenannte „Anti-Gender-Agenda“ zu etablieren.
Rolle der ADF: Die ADF agiert als straff organisierte juristische Lobbytruppe mit europäischen Außenstellen (u.a. in Wien u. Brüssel). Sie zieht vor nationale Gerichte u. den EGMR, um Themen wie Schutz des Lebens (Abtreibungsgegnerschaft) o. Einschränkungen von Kriterien für sexuelle Selbstbestimmung durchzusetzen.
Rolle des ECLJ: Das ECLJ tritt ebenfalls als konservativ-religiöse Interessenvertretung auf, die auf europäischer Ebene Einfluss auf Gesetzgebung u. Menschenrechtsdiskurse im Sinne einer traditionalistischen Gesellschaftsordnung nimmt.
Politische und gesellschaftliche Auswirkungen:
Einschränkung von Frauenrechten: Es wird massiv gegen den legalen Zugang zu Abtreibungen mobilisiert mit parlamentarischen Initiativen o. die Unterstützung von lokalen „Marsch für das Leben“-Kampagnen.
Kampf gegen Diversität: Vielfaltsinitiativen, Antidiskriminierungsprogramme u. Rechte geschlechtlicher Minderheiten werden als angebliche Bedrohung für die traditionelle Familie o. Meinungsfreiheit dargestellt.
Allianzen im rechten Spektrum: Die US-Akteure vernetzen sich eng mit europäischen rechtspopulistischen u. rechtsextremen Parteien sowie fundamentalchristlichen Gruppen, um gesellschaftliche Polarisierung zu verstärken und liberale Normen schrittweise abzubauen. Exakte Gesamtzahlen für die Jahre 2025 und 2026 liegen noch nicht vollständig vor, jedoch zeigen aktuelle Berichte und Analysen eine massive und rapide Intensivierung der Finanzierung in diesem Zeitraum. Der jüngste, umfassende Report des European Parliamentary Forum for Sexual and Reproductive Rights (EPF) sowie investigative Recherchen der Presse skizzieren das aktuelle Budget-Wachstum: [1]
(Weiterlesen im News Archiv: News September 26)
Jüngste Budget-Steigerungen (bis Mitte 2025/2026)
ADF International (Verdopplung des EU-Budgets): Berichten aus Mitte 2025 zufolge hat sie ihr offizielles Brüsseler Lobbybudget für den Zeitraum bis Mitte 2025 mit 1,1 Mio. € mehr als verdoppelt.
Drastischer Anstieg der Auslandsausgaben: Laut Steuerdaten gaben ADF u. ADF International für das im Jahr 2024 endende Steuerjahr zusammen 10,9 Mio. USD für internationale Programme und Zuschüsse aus. Dies entsprach einer Steigerung um 70% im Vorjahresvergleich für Aktivitäten mit Europa-Bezug.
Anti-Gender-Finanzierung: Der EPF-Report „The Next Wave“ dokumentierte für den Gesamtzeitraum bis Ende 2025 ein akkumuliertes Budget von 1,18 Mrd USD, das von verschiedenen globalen Akteuren (darunter maßgeblich aus den USA und Russland) in europäische „Anti-Gender-Initiativen“ investiert wurde.
Warum genaue Zahlen für 2025/2026 lückenhaft sind
Transparenz-Verzögerung: Die US-Steuerbehörde (IRS) veröffentlicht die detaillierten AuslandsFinanzberichte gemeinnütziger Organisationen mit 12-18 Monaten Verzug. Die vollständigen Bilanzen für das Jahr 2025 und das laufende Jahr 2026 werden daher erst ab Ende 2026 bzw. 2027 öffentlich einsehbar.
Verschleierungstaktiken („Dark Money“): Viele ultrakonservative US-Netzwerke nutzen gezielt europäische Ableger, rechtlich geschützte religiöse Stiftungen oder Strohfirmen. Da diese Rechtsformen in der EU keiner strengen Offenlegungspflicht unterliegen, bleibt der direkte Geldfluss aus den USA unsichtbar. ADF u. ECLJ finanzieren europäische Parteien in der Regel nicht direkt über direkte Parteispenden. Dies verbieten die europäischen Parteiengesetze fast flächendeckend. Stattdessen nutzen sie strukturelle, personelle u. strategische Verflechtungen. Sie finanzieren transnationale Plattformen, juristische Netzwerke u. gemeinsame Konferenzen, um rechtsradikale u. rechtspopulistische Parteien ideologisch aufzurüsten. Zu folgenden Parteien und Fraktionen in Europa gibt es die engsten Verbindungen:
1. Verbindungen im Europaparlament (Fraktionsebene)
Die primären Anlaufstellen der ADF im Europäischen Parlament sind laut Recherchen des Corporate Europe Observatory vor allem Abgeordnete der Rechtsaußen-Fraktionen sowie der nationalkonservativen Kräfte:
EKR (Europäische Konservative und Reformer): Hierzu gehören unter anderem die postfaschistischen
Fratelli d’Italia (Italien) unter Giorgia Meloni u. die spanische Rechtsaußen-Partei Vox. ADF kooperiert eng mit Abgeordneten dieser Fraktion bei der Ausrichtung von Veranstaltungen gegen LGBTQIA+-Rechte und Schwangerschaftsabbrüche.
Patrioten für Europa (PfE): Diese Fraktion umfasst die ungarische Fidesz (Viktor Orbán) sowie die österreichische FPÖ. Die dort vertretenen Parteien teilen eins zu eins die strategische Agenda der USOrganisationen bezüglich traditioneller Familienmodelle und „Anti-Woke“-Kampagnen.
2. Enge Partnerschaften mit spezifischen nationalen Parteien
Vox gilt als eine der wichtigsten europäischen Brückenköpfe für US-Evangelikale. Die Partei kooperiert intensiv mit dem Netzwerk Political Network for Values (PNfV), bei dem ADF International strategisch eingebunden ist. Gemeinsam betreiben sie Lobbyarbeit gegen Abtreibungsgesetze u. Trans-Rechte in Südeuropa.
Reform UK (GB): Die ADF pflegt enge Verbindungen zur rechtspopulistischen Partei von Nigel Farage u. organisierte u.a. Auftritte von Farage vor US-Politikern u. pflegt direkte Kontakte zum neuen Chef-Ideologen und politischen Planer von Reform UK, James Orr.
Fidesz (Ungarn): Die (ehemalige) ungarische Regierungspartei unterhält offene ideologische Allianzen mit den US-Akteuren. Budapest dient regelmäßig als europäisches Zentrum für ultrakonservative USKonferenzen (wie die CPAC). Das ECLJ wiederum publiziert regelmäßig in regierungsnahen ungarischen Medien und unterstützt die restriktive Familienpolitik Orbáns juristisch. Alternative für Deutschland (AfD) / PiS (Polen): Die Annäherung erfolgt über gemeinsame Thinktanks und rechtliche Scharniere. So unterstützte die ADF in Polen massiv die ultrakonservative Juristenvereinigung
Ordo Iuris, welche wiederum die ideologische Basis für die restriktive Abtreibungspolitik der nationalkonservativen PiS-Partei legte. Über diese europäischen Thinktank-Strukturen und Konferenzen in Brüssel und Wien halten auch Abgeordnete der deutschen AfD engen strategischen Kontakt zu den US-Vordenkern.
Das Prinzip der „indirekten Unterwanderung“
Anstatt Geld auf Parteikonten zu überweisen, übernehmen ADF und ECLJ für die rechtsextreme Agenda die
kostenintensive Infrastruktur:
Kostenlose Rechtsberatung: Sie stellen Spitzenjuristen zur Verfügung, um im Sinne der Parteien Klagen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) einzureichen.
Kaderschmieden: Sie finanzieren Schulungsprogramme und Stipendien für junge, europäische Juristen und Politiker, um diese gezielt in den Apparaten rechter Parteien zu platzieren.
6. September-Lyrik
Emanuel Mireau · geb. 1974 – Der Herbst zeigt sich im September …
Der Herbst zeigt sich im September
freundlichen Gesichts,
spricht in gedämpften Farben
und erwähnt mit keinem Wort
das Schwinden des Lichts.
Er lobt den Sommer sehr,
groß sei er gewesen, doch:
heiß, mit zu wenig Regen.
Wäre es nicht besser,
wenn die Winde Kühle brächten,
Wolken sich ergössen?
Er spricht viel vom frohen Scheiden,
die Blätter seien zu beneiden:
Wie sie schweben, wie sie gleiten!
Ach, der September ist so schön,
sagt er freundlichen Gesichts
und erwähnt mit keinem Wort
das Schwinden des Lichts.
7. KabarettistInnen + Poetry Slam
Bodo Wartke: 24 Stunden ohne Männer?
https://www.youtube.com/watch?v=S-bzc0nfgSA&list=RDS-bzc0nfgSA&start_radio=1
Bodo Wartke: Warum verlieben wir uns in die falschen Menschen?
https://www.youtube.com/watch?v=zNbVFqK6Zzs&list=RDzNbVFqK6Zzs&start_radio=1
Weil ich nicht deine Sprache spreche | Lea Weber | Poetry Slam
https://www.youtube.com/watch?v=42of0G0UcPY&t=136s
Über das richtige falsche verwenden von Fremdwörtern | Johanna Wack | Poetry Slam
https://www.youtube.com/watch?v=qsuXx7EP_UA
Leah Weigand – Oldtimer
https://www.youtube.com/watch?v=NCE-z8OLQ-8
Christoph Sieber – bezahlbarer Wohnraum
https://www.youtube.com/watch?v=IKkUwA9Xh8w
Florian Schroeder blickt auf einen politisch heißen Herbst.
https://www.youtube.com/watch?v=EfOtxSd3imo
Florian Schroeder: Diktatur Vol. 2026! Warum Jammer Ossis nerven!!!
https://www.youtube.com/watch?v=Ma3cBdS4GrY
Florian Schroeder: Ulrich Siegmund – Der grinsende Teufel?!
https://www.youtube.com/watch?v=23rIFOjoIAo
8. Wörter, die es nur in einer Sprache gibt, und kuriose Sprichwörter aus der ganzen Welt
(Ella Frances Sanders: Auch Affen fallen mal von Bäumen und Lost in Translation, 2016, 2 Bücher):
1. Jayus (indonesisch): Ein so schlechter Witz, dass man lachen muss (übelster Kalauer)
Oppholdsvær (norwegisch): Positiv für weder sonniges noch regnerisches Wetter (besser als Hitze).
Gurfa (arabisch): Die Menge Wasser, die man in einer Hand halten kann (speziell für Beduinen).
2. Glido in pa en rakmacka (schwedisch): Auf einem Krabbenbrot hereinrutschen (Riesensauerei !)
Samil Berenang minum Air (indonesisch): Wenn du schwimmst, trink Wasser (eher lebensverkürzend).
Te klein voor een Tafellaken en te groot voor een Servet (niederländisch): Zu klein für eine Tischdecke und zu groß für eine Serviette (auf Deutsch: Für gepflegtes Essen nichts zu gebrauchen.).
9. eigene Limericks, Schüttelreime (mit Karikatur von Daniel Stieglitz) und Echoreime
Auch wenn die Lage noch so ernst ist, wollen wir uns doch nicht den Spaß verderben lassen. Hier erfährst du, wo der Frosch seine Locken hat, Bartel den Most holt, der Hammer hängt, warum bei ma

Karikatur: Daniel Stieglitz
Ich saß an meiner Feuerstelle
und löste meine Steuerfälle.
Trump fehlt die Kriegsmunition
drum kommen die Mullahs davon
droht mit neuem Krieg
und totalem Sieg
doch das alles kennen wir schon.
Buckelwal Hartwin jetzt tot vor Rügen
lag dort schon in den letzten Zügen
könnt‘ er Timmy sein?
Sein Tod nur ein Schein?
Manche woll’n sich selbst gern belügen.
Derzeit quält uns alle die Hitze
ich spür‘, dass ich immer mehr schwitze
Menschen sterben zuhauf
kaum jemand regt’s auf
mach drüber nur ja keine Witze.
Überall brennen lichterloh Wälder
es vertrocknen Flüsse und Felder
vor Hitze viele sterben
Wirtschaft kann verderben
zur Umkehr fehlen Einsicht und Gelder.
Der Merz wird langsam zum Scholz
dessen Kanzlerschaft auch dahinschmolz
er lässt zu viel laufen
drum andre sich raufen
bräuchten Kanzler aus anderem Holz.
Der Merz ist höchst unbeliebt
er hat fast alles versiebt
Reformen unsozial
Personalpolitik fatal
Doch ob’s Alternativen bald gibt?
Die forsche Sahra Wagenknecht
macht es Putin und AFD recht
sie lobt die Faschisten
verdammt Kapitalisten
dabei wird uns allen nur schlecht.
Große Angst vor Wahlen im Osten
AFD-Sieg wird uns vieles kosten
Ausländer dann raus
Wirtschaft vor dem Aus
unsre christlichen Werte verrosten.
Nicht immer sind die Friesen rau
das weiß längst jede Riesenfrau.
Mein Gott, was sind die Riesen froh
Sie essen jetzt die Friesen roh
Ich nie mir einen Biber leist‘
der stets in Bäume lieber beißt.
Seit wann ist deine Mutter kahl?
Sie lieh Skinheads ’nen Kutter mal.
Smaragde sind der beste Fund
Sie machen alle Feste bunt.
Was deren Diebesbeute lehrt?
Verkenne nie die Leute, Bert.
Wenn ich mit grellen Farben droh‘
in Grau sie lieber darben froh.
Nochmal ermahnte Rita Kain:
„Lass niemand in die Kita rein.“
Ich bin jetzt diese Zeitung leid
Drum hab‘ ich mehr für Leitung Zeit.
Siehst du diesen Knaben, Ruth?
Er jetzt bei diesem Knaben ruht.
Über tolle Lehrschwestern
kann man ja nur schwer lästern.
Wir mussten sehr die Rosse bitten
damit auf ihnen Bosse ritten.
Ich bin jetzt auf der Pirsch, Hein
drum hat jetzt jeder Hirsch Pein.
Zuerst er mit dem Ziegel spielt
bevor er auf den Spiegel zielt.
Geh du nur in die Wüste, Kain
ich trinke an der Küste Wein.
Ich brach ihr jüngst das Nasenbein
drum sagen alle Basen. Nein.
(Weiterlesen im News Archiv: News September 26)
Sobald macht dieser Karren bim
steig schnell auf diesen Barren, Kim.
Ich rat‘ dir, willst du darben nicht
dann mach‘ doch diese Narben dicht.
Das Laken ist schon leichenblass
drum lieber du das Bleichen lass‘.
Des Nachts spürst du der Mole Kühle
und zwar in jeder Moleküle.
Nimm doch den Pater Noster, Klaus
sonst kommst nie aus dem Kloster naus.
Ich beiß nie mehr auf Schiefer, Kind
da ich sonst meinen Kiefer schind‘.
Wo nicht mal machen Knaben Rast
da wünscht man selbst den Raben Knast.
Du hältst dich wirklich wacker, Hein
trinkst sogar mit ’nem Hacker Wein.
Im kleinen Ortsteil Weidenhain
trinkt man sogar mit Heiden Wein.
Sich an die Angst beim Schweben bahnt
was mir bereits beim Beben schwant.
Am Strohhalm dieser Flegel sog
dieweil weit fort sein Segel flog.
Ich halte mich an Solldaten
brauch‘ dazu keine Soldaten.
Wenn wir jetzt die Zahl Pi raten
entkommen wir den Piraten.
Die Rötung ist der Schwellung Preis
man sondert ab bei Prellung Schweiß.
Der Peter fühlt beim Werben Schand‘
da er sich vor den Scherben wand.
Ich hör‘ kein Hundebellen, Finn
da ich beim Bäume Fällen bin.
Ich weiß, dass du in Sorgen bist
ich finde selbst das Borgen Mist.
Die Ureinheit Monade ist
die auch im All Nomade ist.
Sind hier nur solche Frauen Gast
packt Jutta schnell das Grauen fast.
Siehst du diese Schlepper nicht?
Sie sind einfach nur Nepper schlicht.
Ich finde diesen Schlichter rau
dabei ist er als Richter schlau.
Zwar findest du den Dichter lieb
dennoch ist er ein Lichter-Dieb.
Dieser gold‘ne Wasserkran
ist fürwahr ein krasser Wahn.
Auch wen ich mit dem Arsch geige
bin ich doch keine Arschgeige.
Ich ans End‘ des Waldes rannt‘
bis ich ankam am Waldesrand.
Ich find‘ den Schmuck des Diebes gut
doch leider ist es Diebesgut.
Ich seh‘ was dieser Mann schafft
soviel wie eine Mannschaft.
Was ist mit dem Regal? – Egal.
Den Vorbau hat kein Kerker: Erker.
Toll ist jetzt dein Haar, Moni
du strahlst jetzt aus Harmonie.
Wenn du nur den Nachrichten dienst
dann geh‘ doch gleich zum Nachrichtendienst.
Ich wünsche mir: Oh, Vati geh‘!
Ich bin heut‘ total fatigue.
Kaum hatten wir einfach mal Zeit
gab’s auch schon gleich die Mahlzeit.
Er mich oft ob der Hitze schilt
drum kauf‘ ich mir ’nen Hitzeschild.
Im Bett du von der Ritze weißt
worüber oft man Witze reißt.
Wenn Hans nicht mehr ins Messer beißt
fühlt er sich schon viel besser meist.
Als Kind nannt‘ man ihn Wildfang
drum aß er später Wildfang.
Auch wenn der Wald hier dichter wird
Hans damit nicht zum Dichter wird.
Er hieß zu Unrecht Bergengruen
noch nie war er den Bergen grün.
Kaufst du diese Möbel, Peer
stört dich nie der Pöbel mehr.
Zuerst ich ob der Schlangen zag‘
doch dann ich sie mit Zangen schlag‘.
Furchtbar sind die Schergen zwar
doch fürchten sie die Zwergenschar.
Für mich sind diese Tage schlimm
drum ich d e n Ton an schlage, Tim.
Sein Outfit geht ja schlimmer nicht
sein Auftritt ist jetzt nimmer schlicht.
Den raffinierten Schlossbau
findet selbst mein Boss schlau.
Mich stört doch sehr der grüne Bau
gottlob ist diese Bühne grau.
Man gibt uns nur noch Waldbeeren
drum müssen wir uns bald wehren.
Von Ferne schon der Flimmer scheint
es naht wohl unser schlimmer Feind.
Auf der letzten Radtour
bekam er in der Tat Rur.
Ich hab‘ kein schlechtes Wesen, Bill
da ich nur deinen Besen will.
Und zu guter Letzt noch die Herkunft zweier Redensarten:
Gerhard Wagner, Schwein gehabt – Redewendungen des Mittelalters, Daun 2024, S. 108
38. Torschlusspanik haben (Angst haben, keinen Partner mehr zu bekommen)
Bis ins 18. Jh. waren noch viele der mittelalterlichen Stadtmauern mehr oder weniger intakt. Damals konnte man eine Stadt nur durch die Stadttore betreten. Um lichtscheues Gesindel aus der Stadt fernzuhalten, wurden diese Tore nachts geschlossen. Dann kam niemand mehr in die Stadt hinein oder heraus, es sei denn, er konnte sich glaubhaft ausweisen. Reisesende, die ihr Ziel noch nicht erreicht hatten, machten sich natürlich Sorgen, dass sie die Nacht außerhalb der Mauern im Freien verbringen mussten und dadurch vielfältigen Gefahren ausgesetzt waren. Die Angst, dass die Tore der Jugend irgendwann geschlossen sein könnten und man keinen Partner mehr bekommt, so dass man den Rest seines Lebens allein zubringen muss, ist wohl mit dieser Angst, nachts vor der Stadt allein zu bleiben, verglichen worden, so dass sich später der Begriff Torschlusspanik gebildet hat, der allerdings jüngeren Datum zu sein scheint.
39. Von Tuten und Blasen keine Ahnung haben (keinerlei Sachverstand besitzen)
Zwei Berufsstände im Mittelalter hatten zu tuten und zu blasen. Der hirte, der einer der untersten Berufsgruppen angehörte, nutzte das Horn, um das Weidevieh zu locken, und der Nachtwächter verwendete ebenfalls ein Blasinstrument für die regelmäßigen Signale vom Turm oder den Alarm bei Gefahren wie Feuer oder Bedrohung für die Stadtbevölkerung von außen. Beide Tätigkeiten bedurften keinerlei besonderer Fähigkeiten, man musste nur die Augen offenhalten und ein Horn blasen können. Wer nicht einmal zu diesen Aufgaben fähig sein, musste besonders dumm sein. Eine andere Herangehensweise nennt den Lebenswandel als Ursache für die Redewendung, denn diese Leute waren berufsbedingt tagsüber meist übermüdet und deshalb begriffsstutzig bzw. etwas langsam. Die Redensart ist jedenfalls schon seit dem 16. Jh. nachgewiesen, aber möglicherweise auch wesentlich älter.
